Gesetzesvorlage zum Schutz vor Cyber-Bullying
Bestrebungen in den USA zum Schutz vor Gewalt im Internet
Vor einigen Jahrhunderten war es gang und gäbe, dass Menschen einfach ermordet wurden. War das Opfer nicht
gerade ein Adeliger, hatte das meist keine Konsequenzen. War der Täter ein Adeliger, dann sowieso nicht.
Noch vor weniger als einem Jahrhundert wurden Kinder in der Schule offiziell vor den anderen Schülern vom Lehrer verprügelt.
Man nannte das damals beschönigend "Erziehung".
Vor Jahrzehnten schritt niemand ein, wenn Menschen in der Öffentlichkeit zusammengeschlagen wurden. Bei Kirmesfeiern
etc. gehörte das fast zur Tagesordnung.
Noch heute wird der sexuelle Missbrauch von Kindern von einigen Menschen als Privatangelegenheit der Familien
angesehen, in denen das geschieht. Zum Glück gucken aber inzwischen immer mehr Menschen hin und sorgen für
den Schutz dieser unschuldigen Kinder.
Es hat sich vieles geändert im Laufe der Zeit. Unsere gesellschaftlichen Normen sind zivilisierter geworden und ächten
immer mehr Formen von Gewalt. Auch wenn es manchmal erhebliche Zeit dauert, bis diese geänderten Normen sich im Verhalten
einer Mehrheit der Bevölkerung widerspiegeln. Jedoch gibt es immer noch große Defizite, wenn es um psychische Gewalt geht.
Davor zu schützen wird der nächste, logische Schritt in dieser Kette werden.
Ob die USA auf diesem Feld Vorreiter werden, wird sich in den nächsten Monaten erweisen. Dort gab es den Fall einer
Schülerin, die durch Mobbing im Internet in den Selbstmord getrieben wurde. So ein Verhalten wird auch Cyber-Bullying
genannt. Der Fall ging durch die Presse und hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Das war auch der Auslöser fur einen
Gesetzentwurf, "Megan Meier Cyberbullying Prevention Act" genannt, der in Zukunft Betroffenen dieser
Form von psychischer Gewalt eine Handhabe geben soll, sich dagegen zu wehren.
Deutschland ist auf diesem Gebiet leider noch lange nicht so weit, zumal es hier noch nicht einmal ein Gesetz gegen
Mobbing gibt.
Natürlich gibt es hier wie auch in den USA große Widerstände gegen so ein Vorhaben. Offiziell sehen die Gegner das
Recht auf freie Meinungsäußerung bedroht. Sie behaupten, damit würde es unmöglich, Kritik an irgend jemandem zu äußern.
Dabei wird jedoch ignoriert, dass es einen großen Unterschied zwischen Kritik und psychischer Gewalt gibt, auch wenn
Täter meist versuchen, die von ihnen ausgeübte Gewalt mit der Behauptung zu rechtfertigen, es handele sich ja "nur" um Kritik.
Ähnliche Argumente brachten damals ja auch Menschen, die im Verbot sich zu duellieren eine unzulässige Einschränkung
ihrer persönlichen Freiheitsrechte sahen. Die Zeit wird darüber hinweggehen und unsere Gesellschaft wieder ein Stück
zivilisierter werden, sollte der Schutz vor Cyber-Mobbing auch in unserem Land Fuß fassen.
Wir werden jedenfalls tun war wir können, damit das bald geschieht.
Schotterblume e.V.
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