Gruppenangebote(teilweise fachlich angeleitet) für:
Wir sprechen dabei zu recht, vom „Expertentum der Betroffenen“, von erlebter und erlittener Kompetenz. Eigenes Wissen und Erfahrungen werden in der Gruppe zusammengetragen und miteinander kombiniert. Alle Mitglieder sind aktiv und eigenverantwortlich beteiligt. Eine solche Gruppe kann natürlich nicht alle evtl. notwendigen Hilfsmaßnahmen ersetzen. Wir haben uns allerdings entschlossen, SH - Gruppen mit fachlicher Begleitung anzubieten. Eine Zusammenarbeit und ein Austausch, gemeinsame Gespräche und Diskussionen halten wir für sinnvoll. Expertenwissen der Professionellen und Erfahrung und Erkenntnisse von Betroffenen sollen sich in unseren Gruppen fruchtbar ergänzen. Die Gründe für die Teilnahme an einer SH - Gruppe bzw. Therapiegruppe sind für jeden Menschen unterschiedlich und sehr persönlich. Beweggründe können beispielsweise sein:
Erstens vom „Leidensdruck“. Das heißt, die Betroffenen nehmen selber wahr, dass sie in eine undurchschaubare, schmerzhafte oder sogar bedrohliche Situation geraten sind, die oft ihr ganzes Leben in Frage stellt. Sie spüren, dass nicht weitergehen kann wie bisher, es muss etwas passieren, allein ist es nicht zu schaffen. Man schaut sich nach Hilfe um, bei Freunden, Verwandten, bei professionellen Fachleuten und vielleicht eben auch bei einer Selbsthilfegruppe. Vielen Menschen fällt es äußerst schwer (besonders Männern!), das eigene Leiden, Hilfsbedürftigkeit und Ohnmacht , zunächst vor sich selbst und dann auch noch vor anderen einzugestehen. Es dauert meist lange, bis sie die Hürde überwinden und sich anderen öffnen, besonders wenn es sich, wie bei uns um er- und überlebte Verbrechen der körperlichen, seelischen und sexuellen Gewalt handelt. Das zweite Motiv ist die Hoffnung - die Hoffnung, dass etwas zu machen ist, das es noch etwas anderes gibt als Resignation, Aufgabe, Verzweiflung. Betroffene haben die Hoffnung, selbst etwas zu Besserung der Schmerzen und der Lösung ihres Problems beitragen zu können - im Unterschied zur Übergabe der alleinigen Verantwortung an professionelle Hilfssysteme, wie z.B. die Medizin. Ob jemand dazu in der Lage ist, das eigene Leiden überhaupt zu spüren und den Mut aufzubringen, selbst aktiv zu werden, hängt allerdings ganz wesentlich von der eigenen Persönlichkeit ab, von der individuellen Lebensgeschichte, von Vorerfahrungen mit hilfreichen Beziehungen zu anderen Menschen und der sozialen Umgebung. |
Betroffenen aus solchen Gruppen, berichten:von eindrucksvollen Erfolgen der Selbsthilfe: hier wurden durchaus selbst lebensbedrohliche Krisen bewältigt vom Rückgang von Depressionen und Ängsten bei seelischen Störungen von einem anderen Umgang mit den oft verheerenden Folgeerscheinungen der Gewalterfahrungen, davon, dass durch heilsame Gespräche manches Beruhigungs- und Schmerzmittel ersetzt werden konnte davon, dass sie über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten besser informiert und zu einer/m „mündigen“ Patient/in wurden davon, dass sie (wieder) Dinge tun, die sich nicht (mehr) zugetraut hatten davon, dass sie sich wieder (lebendig) fühlen.Näheres zu unseren eigenen Gruppen über den Verein. |
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