Es ist zu schaffen - dem kann ich nun, nach 1,5 harten Jahren klinischer und ambulanter Therapie zustimmen. Die Wunden sind verheilt, aber die körperlichen und seelischen Narben bleiben. Und sie sind empfindlich. Also habe ich mich von den Verursachern getrennt. Einerseits physisch: Ich will ihnen - meinen beiden Erzeugern - nie wieder begegnen. Nur so kann ich verhindern, dass die Narben wieder zu Wunden werden. Aber ich habe mich auch psychisch von den Tätern getrennt. Ein 20 Jahre dauernder Prozess. Von Hass zu Wut zu Verzweiflung, dann Trauer um ein verlorenes Leben von 54 Jahren, zuletzt Mitleid und schließlich Vergebung. Nun bin ich 55,5 Jahre alt und kann sagen: Es ist geschafft! Ich bin zwar invalide, körperlich am Ende, aber noch gibt es Schönes, dass ich nun endlich genießen kann. Es ist nie zu spät, alles zu wagen, um sich zu retten! |